Weihnachten und Geschenke gehören für die meisten einfach zusammen. Vor allem die Jüngsten der Familie werden jedes Jahr reich beschenkt und alle Jahre wieder sorgen Weihnachtsmann und Christkind dafür, dass zu Weihnachten kleine und große Wünsche in Erfüllung gehen. Doch seit wann ist das eigentlich so? Wir haben uns die Geschichte des Geschenke-Schenkens einmal genauer angesehen.

Von biblischen Brandopfern zum Ausdruck der Dankbarkeit

Bereits in der Bibel werden „Geschenke“ erwähnt, allerdings in einer etwas anderen Form als heute: In der Geschichte rund um Kain und Abel ist die Rede von Brandopfern, die Gott als Zeichen der Dankbarkeit für eine gute Ernte dargebracht werden. Später pflegten die Germanen, dem Gott Wotan bzw. Odin in kalten Winternächten Opfer darzubringen, um ihn zu besänftigen.

Noch später war das Jahresende, also der Zeitraum um Anfang Januar, die Zeit, in der Dienstverhältnisse aufgelöst oder neu geschlossen wurden. Im Zuge dessen erhielten Mägde und Knechte eine Aussteuer in Form von neuen Gewändern oder anderen nützlichen Gegenständen. Man sprach sich gegenseitig allerlei gute Wünsche aus, das Vieh wurde mit leckeren Essensresten gefüttert und selbst den Bäumen gab man Punsch oder Honig, damit sie im darauffolgenden Jahr wieder reichlich Früchte tragen würden. Zu dem Zeitpunkt hatten Geschenke den Zweck, Dankbarkeit auszudrücken, zu beschwichtigen und teilweise auch zu bestechen.

Die Aufklärung: Geschenke sollen Hoffnung geben

In Zeiten der Aufklärung wurden Eltern dazu angehalten, ihre Kinder nicht mit unnützen Dingen zu beschenken, sondern ihnen etwas Lehrreiches zu geben. Damit sollte ihre Entwicklung zu vernünftigen Persönlichkeiten gefördert werden. Von Geschenkboxen voller Spielzeug konnten die Kinder damals also nur träumen – die Geschenke, die sie bekamen, sollten ihnen vor allem Hoffnung geben.

Die katholische Auslegung und der protestantische Einfluss

In den christlich geprägten Breiten sollen Weihnachtsgeschenke heute grundsätzlich die Gaben der Hirten und der drei Heiligen Könige symbolisieren. Deren Übergabe wird deshalb auch traditionsgemäß von Heiligen übernommen, wie etwa dem heiligen Nikolaus oder dem Christkind, welches häufig mit dem Jesuskind gleichgesetzt wird.

Generell waren es zu Beginn lediglich die Kinder, die Weihnachtsgeschenke erhielten. Erst die Protestanten im 16. Jahrhundert versuchten, die Gebräuche rund um Weihnachten und Geschenke zu reformieren und das christliche Weihnachtsfest von ursprünglich heidnischen Bräuchen zu trennen. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Bescherung auf den Tag des Weihnachtsfests gelegt – zuvor waren es der Heilige Martin und Sankt Nikolaus, die die Geschenke an anderen Tagen brachten. Heute ist es in der christlichen Welt gang und gäbe, dass Geschenkboxen & Co. am Weihnachtstag überreicht werden.

Trends und Entwicklungen rund um Weihnachtsgeschenke

Die Deutschen schenken gerne und viel, und so überrascht es auch nicht, dass jedes Jahr aufs Neue im letzten Jahresviertel Rekordumsätze verzeichnet werden. Dabei werden nicht nur Freunde und Familie beschenkt: Auch viele Unternehmen verteilen großzügig befüllte Geschenkboxen an ihre Mitarbeiter oder lassen ihren Kunden kurz vor Weihnachten eine kleine Aufmerksamkeit in Form von gefüllten Tragetaschen im weihnachtlichen Design zukommen. Diese Art der Kundenwerbung ist von vielen gerne gesehen, und so manches Unternehmen nutzt Weihnachten, um mit attraktiven Kleinigkeiten in weihnachtlichen Geschenkbeuteln oder -boxen auf sich aufmerksam zu machen.

Vom Brandopfer über Gaben der Dankbarkeit, Erziehungsmaßnahmen und freundliche Gesten bis hin zu Aufmerksamkeiten für Freunde und Familie und weihnachtliche Werbegeschenke – Weihnachtsgeschenke haben eine lange Geschichte, die wie es aussieht noch nicht so bald zu Ende ist.

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